Fettleibigkeit und Diabetes: ein globales Problem

01-08-2013 | Foresight | Giorgia Valsesia

Anstieg der Erkrankungen stellt Gesundheitssysteme vor Herausforderungen
Das rasante Wirtschaftswachstum, das steigende Pro-Kopf-Einkommen und die Verstädterung haben in den Schwellenländern zu einer schnellen Veränderung der Lebensgewohnheiten geführt. Menschen, die von ländlichen in urbane Gegenden ziehen, bewegen sich in der Regel weniger, und ihre Essgewohnheiten verändern sich: von einer traditionellen Ernährung hin zu westlichem Essen mit einem hohen Anteil an tierischem Eiweiss, Fett, Zucker und Salz. In den Schwellenländern steigt deshalb der Anteil an übergewichtigen und fettleibigen Menschen drastisch an.
Mit Übergewicht in Verbindung stehende Erkrankungen wie Diabetes erreichen in mehreren Schwellenländern epidemische Ausmasse. Das deutlichste Wachstum wird in den Entwicklungsländern zu verzeichnen sein, da 80 % der Menschen mit Diabetes in Ländern mit tiefem und mittlerem Pro-Kopf-Einkommen leben.1 Verschiedene Studien zeigen, dass die asiatische Bevölkerung über eine höhere Veranlagung zu Diabetes verfügt. Denn die Menschen erkranken dort häufig in jüngerem Alter und mit tieferem Gewicht, als in anderen Regionen.2

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Noch besorgniserregender ist die Tatsache, dass 45 % - 58% der Diabeteserkrankungen in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Südostasien nicht diagnostiziert wird – und in Afrika sind es gar 80%.3 Bleibt eine Diabeteserkrankung unbehandelt, kann sie zu schweren Erkrankungen des Herzens, der Augen, der Nerven, der Blutgefässe und der Nieren führen. 20 bis 40 % der Diabeteskranken erleiden eine Schädigung der Nieren. Schreitet diese fort, benötigen die Betroffenen mehrmals wöchentlich eine Dialyse. Die Anzahl der Dialysepatienten in genannten Regionen wird voraussichtlich entsprechend schneller steigen als in den Industriestaaten.

Die Zunahme übergewichtiger Menschen und die damit in Verbindung gebrachten chronischen Krankheiten und Diabetes belasten die Gesundheitssysteme auch finanziell. Verschiedene Industriezweige haben die Herausforderung erkannt und sind entsprechend gut positioniert, um Lösungen anzubieten, welche die öffentliche Gesundheit fördern. In der Prävention trägt die Lebensmittelindustrie einerseits bereits zur Lösung bei, indem sie gesündere Lebensmittel und Zutaten entwickelt und fördert. Die Sportindustrie andererseits betont die Bedeutung von regelmässiger Bewegung. Im therapeutischen Bereich bieten Unternehmen wie Novo Nordisk und Sanofi innovative Produkte zur Behandlung von Diabetes an, und Anbieter von Dialyseprodukten und -dienstleistungen wie Fresenius Medical Care und DaVita Healthcare Partners sorgen für die Behandlung von Patienten mit Nierenerkrankungen.

«Unternehmen, die Diabetes-Behandlungen anbieten, helfen bei der Bewältigung einer grossen Herausforderung für das Gesundheitswesen, gleichzeitig profitieren sie von der wachsenden weltweiten Nachfrage.»

1. World Health Organization
2. International Journal of Obesity, 2008; 32: 1431-1437
3, 4, 6 IDF Diabetes Atlas, 2012
5. JAMA 2009; 301: 2129–2140, Lancet 2006;368: 1681–1688, Diabetes Care 2011; 34: 1249-1257

giorgia-valsesiaGiorgia Valsesia
Research Analyst
RobecoSAM Sustainable
Healthy Living Strategy

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